| Die untere Preisgrenze |
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| Kleine und mittelständischen
Unternehmen, vor allem Handwerker, kalkulieren fast
ausschließlich mit der sogenannten Vollkostenkalkulation. |
| Was nur wenigen bewusst ist: bei dieser Art der
Kalkulation kommen zwar rechnerisch richtige Ergebnis heraus, die aber
betriebswirtschaftlich nur wenig Sinn machen. |
| Warum aber wird mit dieser Art der Kalkulation
gearbeitet? |
| Vereinfacht: man hat es schon immer so getan! |
| Die Vollkostenkalkulation, wie sie heute
verwendet wird, entstand im wesentlichen in den dreißiger
Jahren des letzten Jahrhunderts, als es für das damalige
Deutsche Reich darum ging, Rüstungsgüter (Panzer,
Flugzeuge) verschiedener Hersteller preislich miteinander zu
vergleichen. |
| Damit das möglich war, wurde den
Herstellern eine bestimmte Art der Kalkulation vorgegeben: die
Vollkostenkalkulation mit verschiedenen Zuschlägen. |
| Diese Art der Kalkulation beruht letztlich auf
folgender Überlegung: den einzelnen Produkten des
Unternehmens, werden anteilig alle Kosten, also auch solche die nicht
direkt mit der Produktion zu tun haben zugeordnet. |
| Beispiel: ein Unternehmen produziert 10
Maschinen jährlich, die Büromiete für die
Verwaltung beträgt jährlich 10.000 €, also
muss jede Maschine unter anderem mit ihrem Preis 1000 €
Verwaltungsbüromieten erwirtschaften. |
| Steigt die Produktion auf 20 Maschinen
jährlich, beträgt die Büromieten um Maschine
nur noch 500 €, die Maschine kann also billiger verkauft
werden. |
| Dass eine solche Vorgehensweise rechnerisch
richtig, aber an sich Blödsinn ist, wird spätestens
dann klar, wenn dieses Unternehmen noch ein zweites Produkt einer
völlig unterschiedlichen Maschinen einführt. Nach
welchem Schlüssel soll ich nun die Büromieten
verteilen, nach anteiligem Umsatz, nach Stückzahl, nach der
Zahl der Vorarbeiter, .....? Darüber
hinaus hat natürlich die Höhe der Büromieten
überhaupt nichts mit den tatsächlichen
Herstellungskosten der einzelnen Maschine zu tun. |
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| Da jedoch die meisten kleinen und
mittelständischen Unternehmen nach einem solchen Vollkosten
Muster kalkulieren, um den Preis ihrer Produkte zu ermitteln, ist diese
Vorgehensweise zur Preisermittlung durchaus vertretbar. |
| Das eigentliche Problem ergibt sich jedoch, wenn
sich der Unternehmer fragt, was in sein einzelnes Produkt oder seine
Leistung denn tatsächlich kostet, weil, wie das sooft
geschieht, der Kunde von Ihm noch einen Preisnachlass verlangt. |
| Spätestens ab diesem Moment aber, geht
seine Kalkulation die auf Vollkostenverteilung basiert, völlig
ins Leere, weil er damit seine Herstellungskosten nicht ermitteln kann.
Er weiß also nicht wie viel Nachlass er hier
tatsächlich geben kann. |
| Um zu wissen, wie viele preispolitisches Spiel
er hat, braucht er nicht nur den Preis, sondern auch die
tatsächlichen Herstellungskosten des Produkts. |
| Hierzu ist jedoch eine andere Art der
Kalkulation erforderlich, die so genannte Teilkostenkalkulation.
Teilkostenkalkulation deshalb, weil jedem einzelnen Produkt oder der
einzelnen Leistung nur die Kosten zugeordnet werden, die
tatsächlich bei der Erstellung des Produktes oder der Leistung
anfallen. |
| Das Ergebnis dieser Kalkulationsart sind die
Herstellungskosten des Produkts, beziehungsweise die sogenannte untere
Preisgrenze. |
| Da es kaum ein kleines und
mittelständisches Unternehmen gibt, dass über diese
Art der Kalkulation verfügt, und ich kann mir diese
Einschätzung nach inzwischen über 600 Beratungen in
kleinen und mittelständischen Unternehmen erlauben, habe ich
eine Excel basierte Software entwickelt, mit der auch ein kleines
Unternehmen mit minimalem Aufwand diese Herstellungskosten ermitteln
kann. |
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| Die Kenntnis der unteren Preisgrenze ist in zwei
Situationen absolut überlebenswichtig für ein
Unternehmen: |
| 1.: In
vielen Branchen ist der Kunde (zum Beispiel im Maschinenbau) so stark,
dass er dem Hersteller einen Preis vorgeben kann. Der Unternehmer muss
also hier entscheiden können, ob er mit seinen gegebenen
Herstellungskosten diesen Auftrag überhaupt
durchführen kann. Mit meiner Software ist eine sofortige
Einschätzung eines Angebots ohne differenzierte Kalkulation
möglich (sie brauchen lediglich eine
Materialkostenschätzung und eineSchätzung des
Mitarbeiterzeitaufwands). |
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| 2.: In
schlecht ausgelasteten Monaten, kann der Unternehmer mit Hilfe meiner
Software entscheiden, ob er einen Auftrag zu einem schlechten Preis
annimmt oder nicht. |
| Denn manchmal ist es sinnvoll, zum Beispiel im
Baubereich, in den ersten Monaten des Jahres mit einem aggressiv
niedrigen Preis zu arbeiten, mit dem Ziel die vorhandenen Fixkosten die
durch die nicht genutzte Kapazität (Mitarbeiter und Maschinen
kosten auch dann gilt wenn sie nichts tun) zu Verlusten werden, zu
vermindern. |
| Das ist aber nur möglich wenn der
Unternehmer die jeweilige untere Preisgrenze des Auftrags genau kennt. |
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| Es ist zu Vergleichszwecken eine Standard
Vollkostenkalkulation daneben gestellt. Da fast alle Handwerker nach
dieser Vollkostenkalkulation arbeiten, wird hier anhand eigener Werte
ein Preis ermittelt. |
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